Erdzeitalter – Die Entstehung des Lebens

Erdzeitalter Präkambrium Hadaikum Universum
Quelle: Alexas_Fotos/Pixabay

Die gesamte Erdgeschichte von der Entstehung der Welt bis heute umfasst ca. 4,6 Mrd. Jahre. Weil das eine für uns unvorstellbar lange Zeit ist, müssen wir uns erst einmal einen Überblick über die Erdzeitalter verschaffen. Damit das leichter fällt, haben Wissenschaftler größere Zeitabschnitte der Erdgeschichte in sogenannte Äonen unterteilt und diese benannt. Die Äonen heißen Hadaikum, Archaikum, Proterozoikum und Phanerozoikum.
Die ersten drei gerade genannten Äonen werden auch als sogenanntes Präkambrium zusammengefasst oder auch als Erdurzeit bezeichnet.

Erdzeitalter Zeitstrahl

Das Präkambrium

Mit Präkambrium ist deshalb die Zeit von der Entstehung der Erde vor rund 4,6 Mrd. Jahren bis vor ca. 542 Millionen Jahren gemeint. Dieses Erdzeitalter ist noch nicht so sehr durch tierisches oder pflanzliches Leben gekennzeichnet, wie wir es heute kennen. Vielmehr entstand im Präkambrium die Erde und entwickelte sich soweit, dass Leben auf ihr entstehen konnte.

  • Das Hadaikum
    Während des Hadaikums (4,6 – 4 Mrd. Jahre vor heute) formte sich allmählich die Erde: Sie entstand aus einer Staub- und Gaswolke, die die Sonne umgab. Dabei kollidierten vermutlich kleinste Staubteile und verschmolzen miteinander. Dadurch erhielten sie eine größere Anziehungskraft und zogen immer mehr Teile an. So geschah es, dass die Erde bis zu einer gewissen Größe wuchs. Sie war allerdings noch nicht so, wie wir sie heute kennen: Schwerere Teile, wie etwa Eisen und noch viele andere, bildeten den Erdkern. Leichtere, wie z.B. Sauerstoff, umgaben diesen Kern und formten den Erdmantel. Dieser bestand zu Beginn der Erdentstehung aus heißem Magma.
    Einer Theorie zufolge, die sogenannte Kollisionstheorie, entstand in diesem Erdzeitalter auch der Mond: Ein marsähnlich großer Körper soll auf die Erde getroffen sein, aus der ein Stück herausbrach. Durch die Anziehungskraft der Erde blieb dieses Stück in ihrer Umlaufbahn und bildet der Theorie zufolge seit dem Hadaikum den Mond.
Erdzeitalter Präkambrium Hadaikum Magma
Quelle: Tim Bertelink, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
  • Das Archaikum
    Im Erdzeitalter Archaikum (ca. 4 – 2,5 Mrd. Jahre vor heute) begann die Erde ganz langsam zu erkalten. Eine feste Erdkruste und erste feste Landmassen bildeten sich. Dies geschah allerdings nicht überall, da immer noch vielerorts geschmolzenes Gestein aus dem Erdmantel austrat. Auf einigen der Landmassen sammelte sich flüssiges Wasser, sodass die ersten Meere entstanden, in denen einige Zeit später auch schon das erste Leben in Form einfacher Bakterien entstehen sollte.
    Vieles trat in diesem Erdzeitalter zum ersten Mal auf, daher erhielt das Archaikum auch seinen Namen: Das griechische Wort ἀρχή
    („archä“ ausgesprochen), auf den der Name des Erdzeitaltes zurückgeht, bedeutet nämlich ‚Ursprung‘ und ‚Anfang‘.
Erdzeitalter Präkambrium Archaikum
Quelle: Tim Bertelink, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
  • Das Proterozoikum
    Erst im Erdzeitalter des Proterozoikums (2,5 Mrd. – 542 Mio. Jahre vor heute) bildete sich eine sauerstoffhaltige Atmosphäre, die komplexeres Leben ermöglichte. Mit dem Begriff ‚Atmosphäre‘ ist eine Hülle aus verschiedenen Gasen gemeint, die einen Himmelskörper umschließt. Die Atmosphäre der Erde wird als Erdatmosphäre bezeichnet. Sie bestand damals vor allem aus Stickstoff, Kohlenmonoxid und zu ca. 10% aus Sauerstoff, den alle Lebewesen zum Atmen brauchen.
    Weil die Atmosphäre immer “lebensfreundlicher“ wurde, entwickelten sich erste Einzeller (Prokaryoten) und später auch Mehrzeller (Eukaryoten) im Wasser. Hartschalen, die sich fossil hätten erhalten können, besaßen diese Lebewesen noch nicht. An Land gab es noch kein tierisches Leben.
    Die Erdoberfläche bestand in diesem Erdzeitalter aus viel Meerfläche und vielen kleinen Kontinenten. Diese drifteten während der knapp zwei Milliarden Jahre des Proterozoikums aufeinander zu, sodass der Großkontinent Rodinia entstand. Mit der Zeit zerfiel dieser Kontinent aber wieder in mehrere, kleine Kontinente.

Das Phanerozoikum

Das Phanerozoikum ist das letzte der vier Äonen und beschreibt die Zeit von vor 542 Mio. Jahren bis heute. Es ist somit das jüngste und gleichzeitig auch kürzeste der 4 Erdzeitalter.
Sein Name leitet sich aus dem Griechischen von den Worten φανερός (ausgesprochen: faneros) ab, was ‚sichtbar’ bedeutet, sowie ζῷον (ausgesprochen: Zo-on), was wiederum ‚Lebewesen‘ bedeutet. Es lässt sich treffend also mit „Zeitalter des sichtbaren Lebens“ übersetzen.
Das Phanerozoikum ist geprägt von der explosionsartigen Ausbreitung von Lebewesen. Weil es aber zu mehreren Massenaussterben kam, zwei davon sehr verheerend, wurde das Erdzeitalter Phanerozoikum in drei größere Abschnitte, sogenannte Ären, unterteilt: Das Paläozoikum, das Mesozoikum sowie das Känozoikum.

  • Paläozoikum
    Während der Ära des Paläozoikums breiteten sich Tiere und Pflanzen zunächst in den Meeren aus, später auch an Land. In der Tierwelt entwickelten sich Fische, Spinnentiere, geflügelte und ungeflügelte Insekten sowie erste Reptilien. Pflanzen entwickelten sich von moosartigen Pflanzen bis hin zu Bäumen mit verholzten Stämmen. Das Paläozoikum wird in die Perioden Kambrium, Ordovizium, Silur, Devon, Karbon sowie Perm unterteilt.
  • Mesozoikum
    Das Mesozoikum ist das Zeitalter der Dinosaurier und wird in die drei Perioden Trias, Jura und Kreide eingeteilt. Die Dinosaurier entwickelten sich in diesem Zeitabschnitt, starben am Ende aber auf Grund eines verheerenden Meteoriteneinschlags, der das Klima nachhaltig veränderte, allesamt aus.
  • Känozoikum
    Die Erdneuzeit, das Känozoikum, begann vor rund 66 Mio. Jahren. Nun war die Zeit der Säugetiere gekommen: Sie existierten zwar bereits im Mesozoikum im Schatten der Dinosaurier, entwickelten sich nach deren Aussterben aber rasant.