Paläozoikum – das Erdaltertum

Paläozoikum
Quelle: Heinrich Harder (1858-1935), Public domain, via Wikimedia Commons

Als Paläozoikum wird das Erdaltertum bezeichnet. Es umfasst die Zeit von vor 542 Mio. Jahren bis 251,9 Mio. Jahren vor heute und schließt in der Geschichte der Erdzeitalter an das Präkambrium (4.600 Mio. Jahre bis 542 Mio. Jahre) an.
Das Paläozoikum wird in folgende Perioden eingeteilt: Kambrium, Ordovizum, Silur, Devon, Karbon und Perm. Es kennzeichnet sich anfangs vor allem durch das Entstehen vom Leben im Meer, später auch an Land. Mehrere Male endeten Perioden mit einem Massenaussterben – mal mehr, mal weniger heftig. Die Massenaussterben führten aber immer dazu, dass die folgende Periode mit einer viel geringeren Artendichte begann und sich häufig sprunghaft viele neue Arten entwickelten.
Auch die Pflanzenwelt entwickelte sich fortwährend weiter: Gab es zu Beginn des Paläozoikums nur moosartige Pflanzen sowie Algen, so gab es am Ende Pflanzen, die Photosynthese betrieben wie etwa Baumfarne oder auch Bäume mit verholzten Stämmen.

Paläozoikum – Das Kambrium

Das Paläozoikum beginnt mit dem Kambrium, dem Zeitraum zwischen 541 Mio. und 485,4 Mio. Jahren. In dieser Zeit kam es zur sogenannten „Kambrischen Explosion“ – einer enormen Zunahme der Lebensformen, auf die alle heute noch existierenden Tierstämme zurückgehen.
Bisher bestanden Tiere einzig aus weichem Gewebe. Nun entwickelten sich allmählich Schalen und Gehäuse aus Kalk oder Phosphat, die zum Schutz vor anderen Tieren gewesen sein könnten. Trilobiten waren beispielsweise am Meeresboden lebende Tiere, deren Körper durch einen harten Panzer geschützt war. Innen- und Außenskelette traten auch erstmalig zur Stützung des weichen Gewebes auf. Daher gab es nun auch Krebse, Schnecken, Muscheln, Korallen oder auch Schwämme und Quallen – alles weiterhin nur im Meer.
Die Pflanzenwelt beschränkte sich zu Beginn des Kambriums auf planktonisch lebende Algen. Doch im Verlauf der Zeit begannen moosartige Pflanzen und frühe Pilzformen, das Festland zu besiedeln. Die Periode endete mit einem Massenaussterben vieler Meereslebewesen.

Paläozoikum – Das Ordovizium

Das Ordovizium begann vor ungefähr 485,4 Mio. Jahren und endete vor 443,4 Mio. Jahren. Das Leben fand weiterhin hauptsächlich im Meer statt. Das Massenaussterben am Ende des Kambriums, der ersten Periode des Paläozoikums, führte dazu, dass sich damals viele neue Arten bildeten. Jetzt gab es z.B. Seeigel, Korallen, Muscheln, Trilobiten, Brachiopoden, Seelilien sowie Kopffüßer oder auch Moostierchen, die es sogar heute noch gibt. Auch erste Wirbeltiere ohne Kiefer, die Pteraspidomorphi, entwickelten sich.
Grünalgen verbreiteten sich weiter und Moose und Pilze gab es weiterhin an Land zu finden.
Wie bereits das Kambrium endete auch das Ordovizium mit einem Massenaussterben. Denn die riesige Landmasse namens Gondwana driftete in die Nähe des Südpols, weshalb viele tropische Arten wegen des kälteren Klimas ausgestorben sind.

Paläozoikum Fossil Trilobit
Quelle: WikimediaImages/Pixabay

Paläozoikum – Das Silur

Als Silur wird die Zeit von 443,4 Mio. Jahren bis vor 419,2 Mio. Jahren bezeichnet. Damit ist es die kürzeste Periode des Paläozoikums, in der dennoch einiges geschah:
Die Erde war zu dieser Zeit beinahe eisfrei und die Durchschnittstemperatur pendelte sich auf ca. 17 Grad Celsius ein, sodass der Meeresspiegel sehr hoch war. Die Kontinente Laurentia und Baltica stießen aufeinander und verschmolzen zum Kontinent Laurussia.
In der Fauna (Tierwelt) entstanden weiterhin viele neue Arten und alte, wie z.B. Brachiopoden oder Graptolithen, entwickelten sich durch Evolution weiter. Mittlerweile gab es auch kiefertragende Wirbeltiere, Panzer- sowie Knochenfische im Meer und Korallen bildeten immer größere und diversere Riffe. Aber das Leben nahm in dieser Periode des Paläozoikums nun auch an Land an Fahrt auf: Erstmalig besiedelten Kleintiere, Tausendfüßer und Skorpione das Land.
Die Flora (Pflanzenwelt) brachte weitere Landpflanzen hervor: Erstmals traten Farne auf und auch Flechten wurden bereits für das Silur nachgewiesen.

Paläozoikum – Das Devon

Vor 419,2 Mio. Jahren begann und vor 358,9 Mio. Jahren endete das Devon. Das Klima war warm und trocken, der Meeresspiegel hoch und es gab nur wenige Eisflächen.
Das Devon wird auch als Zeitalter der Fische bezeichnet, denn die zeigten sich in bemerkenswerter Vielfalt: Knorpelfische, Knochenfische sowie Panzerfische tummelten sich in den Meeren, Quastenflosser, Lungenfische und Ammoniten erschienen erstmalig. Der größte Fisch des Devons war der Dunkleosteus mit bis zu 9m Länge.
An Land traten Gattungen wie Ichthyostega und Acanthostega auf, die ersten Landwirbeltiere, auch Tetrapoden genannt. Sie lebten amphibisch, verbrachten also die meiste Zeit im Wasser, konnten sich aber auch auf sumpfigem Boden fortbewegen. Auch flügellose Insekten gingen aus dem Devon hervor.
Pflanzen, wie Moose und Urfarne, oder auch Pilze besiedelten zunehmend das Festland. Erste Wälder entstanden in sumpfigen, tropischen Gebieten und die Pflanzen erzeugten immer mehr Sauerstoff. Ein Massenaussterben beendete das Devon, bei dem die Hälfte aller Meereslebewesen ausstarb.

Paläozoikum – Das Karbon

Das Karbon umfasste die Zeit zwischen 358,9 Mio. und 298,9 Mio. Jahren. Der Name dieser Periode des Paläozoikums leitet sich vom lateinischen Wort carbo ab und bedeutet “Kohle“. Die noch heute abgebauten Steinkohlevorkommen stammen nämlich aus dieser Zeit.
Das Karbon begann wegen des Massenaussterbens zwischen Devon und Karbon mit einer deutlich geringeren Artenvielfalt. Panzerfische und Trilobiten verloren viele ihrer Arten. Die Ammoniten dagegen erreichten im Karbon eine große Vielfalt.
Das Leben an Land entwickelte sich durch den hohen Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre auch weiter: Tausendfüßer, Spinnentiere und auch geflügelte Insekten sind für das Karbon eindeutig durch Fossilien nachgewiesen. Auch Riesenformen traten auf: Die Libelle Meganeura erreichte eine Flügelspannweite von knapp 70cm. Neben den bisher an Land bereits lebenden Amphibien entwickelten sich nun auch die ersten Reptilien.
Die Pflanzenwelt wuchs indessen auch weiter: Beispielsweise Farne oder auch bis zu 40m hohe Bäume mit verholzten Stämmen breiteten sich aus.

Paläozoikum Fossil Ammonit
Quelle: PublicDomainPictures/Pixabay

Paläozoikum – Das Perm

Als Perm wird der Zeitraum zwischen 298,9 Mio. und 251,9 Mio. Jahren verstanden. Die Kontinente Laurussia und Gondwana stießen aufeinander und der Superkontinent Pangäa entstand.
Das Klima war so trocken, dass nur die Küsten und Ufer von Meeren, Seen und Flüssen mit Pflanzen bewachsen waren. Die Vielfalt der Pflanzenwelt beschränkte sich auf Baumfarne und die Vorläufer unserer heutigen Nadelbäume.
Die Tierwelt hingegen brachte neue Arten hervor: Käfer sowie gut an das trockene Klima angepasste Reptilien entwickelten sich, die ihre Eier erstmalig an Land legten. Sie sind die Vorläufer der Dinosaurier und der heutigen Echsen. Gattungen wie Dimetrodon und Mesosaurus entstanden im Perm, überlebten dieses aber nicht. Das Perm und damit auch das Paläozoikum endete schließlich mit dem größten Massenaussterben, das es bisher auf der Erde gegeben hatte: 70-90% aller Wasserlebewesen sowie 75% aller Landlebewesen starben aus, weil die Temperaturen innerhalb von 200.000 Jahren um knapp 10 Grad Celsius angestiegen waren.