Tiger – lautlose, schleichende Jäger

Tiger dreht sich um
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Die größte und schwerste Raubkatze

Tiger gehören zur Klasse der Säugetiere und zur Ordnung der Raubtiere. Sie gehören außerdem zur Familie der Katzen, weiter aber im Gegensatz zu unseren Hauskatzen zu den Großkatzen. Der Sumatratiger ist mit „nur“ 140cm Kopfrumpflänge und 120kg bei den Männchen die kleinste Unterart der Raubkatzen. Mit einer Kopfrumpflänge von durchschnittlich ca. 200cm und einem Gewicht von bis zu 250kg bei den Männchen ist der Sibirische Tiger die größte Unterart. Mit dieser Größe katapultiert er sich übrigens in die Top-Liste der Landraubtiere: Nur Kodiakbären, Eisbären und Kamtschatkabären sind größer und schwerer als der Sibirische Tiger. Er ist somit die größte Raubkatze auf der ganzen Welt. Durch sein dichtes Fell ist er übrigens vor extrem kalten Temperaturen von bis zu -45 Grad geschützt.

Sibirischer Tiger
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Wie sieht ein Tiger aus?

Tiger erkennst du an ihrer auffallenden Fellfärbung: Eine goldgelbe bis orangerote Grundfarbe mit dunklen Querstreifen über den gesamten Körper mit einer hellen Bauchseite. Die Streifen sind bei jedem dieser Tiere einzigartig, so wie der Fingerabdruck eines Menschen. Neben den orangerot-dunkel-gestreiften Tigern gibt es auch sogenannte weiße Tiger. Ihnen fehlen de Pigmente für rot und gelb. Daher haben sie ein nahezu weißes Fell mit dunklen Streifen. Heute leben sie nur noch in Gefangenschaft. Typisch für eine Raubkatze ist auch das Gebiss. Es besteht aus ca. 30 Zähnen, von denen die Eckzähne mit bis zu 7cm Größe am auffälligsten und tödlichsten sind. Tiger kauen ihre Beute nicht, sondern reißen mit ihren Backen- und Reißzähnen Stücke aus ihrer Beute. Dieses Merkmal eines Gebisses nennt sich Brechschere.

Sind Tiger vom Aussterben bedroht?

Ja. – Sie lassen sich in 9 Unterarten einteilen, von denen drei bereits ausgestorben sind. Der Südchinesische Tiger ist in freier Wildbahn vermutlich auch schon ausgestorben, sodass es ihn wohl nur noch in Zoos gibt. Auch der Sumatra- und der Malaysia-Tiger zählen zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. Der Bestand Sibirischer Tiger schrumpfte Mitte des 20. Jahrhunderts auf ca. 20-30 Tiere in freier Wildbahn, konnte sich aber durch verschiedene Schutzprogramme wieder auf ca. 400 Tiere erholen. Man nennt Sibirische Tiger auch Amurtiger. Sie sind die größten noch lebenden Raubkatzen, gelten aber immer noch, wie auch die restlichen Tigerarten, als stark gefährdet. Weltweit gibt es insgesamt nur noch ca. 3000-5000 freilebende Tiger, dagegen 20.000 in Gefangenschaft lebende. Die am häufigsten noch in freier Wildbahn lebende Tiger-Art ist der Königstiger, auch Bengal-Tiger genannt. Die größte Bedrohung stellt der Mensch dar. Er zerstört durch Waldrodung und Ackerbau die Lebensräume der Großkatzen und stiehlt ihnen durch Wilderei ihre Nahrung. Außerdem macht er illegal Jagd auf sie, z.B. für die Trophäenjagd. Am bekanntesten sind der Handel mit den sehr begehrten Tigerfellen und Tigerknochen.

Wo leben Tiger?

Der Lebensraum der Tiger ist, wie du schon erfahren hast, durch Menschen stark geschrumpft und dass, obwohl er vielfältige Lebensräume bewohnt. Dazu zählen dicht bewachsene tropische Regenwälder und Mangrovensümpfe, Savannen- und Sumpfgebiete, gemäßigte Wälder ebenso wie auch Bergwälder bis 2000m Höhe. Du siehst, das einzige, was der Tiger in seinem Lebensraum benötigt, ist etwas Deckung in Form von unterschiedlichen Wäldern, ausreichend Beute und Wasser. Ansonsten ist er relativ anspruchslos. Trotzdem leben Tiger heute nur noch in der Amur-Region im fernen Osten Russlands und Nordost-China, in den Trockenwäldern Südostasiens, in Indien, Bangladesch, am Himalaya-Gebirge und auf der Insel Sumatra.

Tiger im Wasser
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Wer ist stärker: Tiger oder Löwe?

Bei der Größe und dem Gewicht hat der Tiger leicht die Nase vorn, denn er erreicht Gesamtlängen (inkl. Schwanz) von bis zu 350cm. Dennoch bezeichnen wir den Löwen als „König der Tiere“. Das liegt vermutlich an der Mähne der Männchen, die ihn majestätisch und eindrucksvoll aussehen lässt. Das hat den Menschen seit je her fasziniert. Aber auch Tiger sind mit ihrer einzigartigen Fellfärbung sehr anmutig und elegant, kamen aber erst viel später durch den Menschen nach Europa als Löwen. Diese lebten nämlich sogar bis zum ersten Jahrhundert n. Chr. In Griechenland und waren in Europa dadurch bekannt. Aber wer würde jetzt einen Kampf gewinnen – Tiger oder Löwe? Für den Tiger spricht, dass er agiler und schneller als ein Löwe ist, sprechen wir vom Sibirischen Tiger, ist er auch muskulöser. Allerdings sind Löwen es gewohnt zu kämpfen, da sie ihr Revier und ihr Rudel regelmäßig gegen andere Artgenossen verteidigen. Zudem ist ihr empfindlicher Hals durch ihre Mähne vor Prankenhieben und Bissen geschützt, was bei einem Kampf äußerst nützlich sein könnte. Eindeutig lässt es sich wohl nicht beantworten, da es immer auf das einzelne Tier an sich ankommt, denn ein aggressiv sein Revier oder seinen Nachwuchs verteidigender Löwe kann auch einem muskulösen und agilen Tiger gefährlich werden.

Wie jagt ein Tiger?

Der Tiger ist ein Schleichjäger. Das bedeutet, dass er seine Beute lieber überrascht als sie über längere Strecken zu jagen. Dazu bietet ihm seine Fellfarbe die optimale Tarnung. Ob er nun im dichten Dickicht des Dschungels in Blättern und Büschen verschwindet oder in Graslandschaften, er passt sich perfekt seiner Umgebung an. Um noch effektiver zu jagen, streift er in der Dämmerung oder nachts lautlos im Dickicht umher. Er schleicht sich so nah wie möglich an seine Beute heran, um sie dann mit einem Satz zu erreichen. Wusstest du, dass Tiger ihre Beute aus dem Hinterhalt und vorzugsweise von hinten angreifen? Deshalb tragen Menschen, die in Gebieten ihnen leben oft Masken mit Gesichtern auf ihrem Hinterkopf. So täuschen sie den Tiger, denn dieser denkt, dass er gesehen wird und greift nicht an.

Tiger im Schnee
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Was und wie viel frisst ein Tiger?

Zu seiner Beute zählen hauptsächlich Hirsche und Wildschweine, aber auch viele weitere Tiere wie z.B. auch Fische. Tiger sind neben Jaguaren die einzigen Katzen, die gerne und gut schwimmen. Sie können Beutetiere erlegen, die viel schwerer und größer als sie selbst sind. Wie auch der Löwe, tötet der Tiger größere Tiere mit dem sogenannten „Kehlbiss“ und kleinere mit einem Nackenbiss. Danach schleift er seine Beute zu einem geschützten Versteck und frisst dort bis zu 27 kg auf einmal. Muss er die Beute verlassen, bedeckt er sie mit Laub und Ästen. Durchschnittlich frisst ein Tiger ca. 6-8kg pro Tag, kann aber auch bis zu einer Woche fasten.

Sind Tiger Einzelgänger?

Ja. – Tiger sind Einzelgänger mit eigenen Revieren, die ihre Reviergrenzen mit Urin markieren und es gegenüber anderen gleichgeschlechtlichen Tigern verteidigen. Die Größe eines Reviers hängt dabei davon ab, wie viele Beutetiere dort zu finden sind: Viele Beutetiere bedeuten ein kleines, wenig Beutetiere ein größeres Revier. Für die Jagd müssen Tiger oft auch weite Strecken von vielen Kilometern zurücklegen. Das Revier eines Männchens überschneidet sich mit den Revieren mehrerer Weibchen, aber die einzige Zeit, in der Tigerweibchen und -männchen zusammenkommen, ist die Paarungszeit. Tigerweibchen dagegen leben bis zu zwei Jahre mit ihrem Nachwuchs zusammen, bis die sich ein neues Revier suchen müssen.

Wie pflanzen sich Tiger fort?

Bei den meisten Tigerarten, die in den wärmeren Gebieten leben, gibt es keine feste Paarungszeit. Sibirische Tiger dagegen gebären ihren Nachwuchs meist im Frühjahr. Geschlechtsreif werden Weibchen mit ca. 3-4 Jahren, Männchen durchschnittlich ein Jahr später. In der Regel pflanzen sich bei allen Tigerarten nur die Tiere fort, die ein eigenes Revier besitzen. Seine Paarungsbereitschaft zeigt das Weibchen, indem es Duftmarken setzt. In freier Wildbahn sind beide dann ca. zwei Tage zusammen und paaren sich 17-52 Mal pro Tag, indem das Männchen das am Boden liegende Weibchen besteigt und es in den Nacken beißt. Bei nicht erfolgreicher Paarung ist das Weibchen ca. einen Monat später erneut paarungsbereit.

Wie lange bleiben Tigerjunge bei ihrer Mama?

War sie allerdings erfolgreich, gebärt ein Tigerweibchen nach ca. 100 Tagen 2-5 Junge. Diese wiegen nur rund 1kg, sind blind und hilflos. Ihre Mutter versteckt sie im Dickicht, in Höhlen, hohem Gras oder zwischen Felsspalten. Im ersten Monat säugt sie ihre Jungen, von denen rund die Hälfte in diesem Alter stirbt. Nach ca. 18-20 Monaten sind die Jungtiger so selbständig, dass sie sich ein eigenes Revier suchen. Weibchen finden in der näheren Umgebung der Mutter ein neues. Männchen suchen weiter weg. Sie streifen so lange umher, bis sie ein Revier erobern oder ein neues finden können.

Tiger und Junges im schnee
Quelle: Wikilmages/Pixabay
Wissenschaftlicher NamePanthera tigris tigris
OrdnungRaubtiere
ÜberfamilieKatzenartige
FamilieKatzen
UnterfamilieGroßkatzen
GattungEigentliche Großkatzen
UnterartenKönigstiger (Bengaltiger), Sibirischer Tiger, Südchinesischer Tiger, Indochinesischer Tiger, Malaiischer Tiger, Kaspischer Tiger (ausgestorben), Sumatratiger, Javatiger (ausgestorben), Balitiger (ausgestorben)
VerbreitungsgebietIndien, Nepal, Bhutan, Bangladesch, Sibirien
LebensraumDschungel
Größe (Sibirischer Tiger)                 ♂: ca. 200cm (Kopf-Rumpf-Länge) + ca. 90cm Schwanzlänge, bis ca. 105cm Schulterhöhe ♀: ca. 165-180cm (Kopf-Rumpf-Länge) + ca. 80cm Schwanzlänge, bis ca. 90cm Schulterhöhe
Gewicht♂: ca. 180-306kg ♀: ca. 100-170kg
LebensdauerBis zu 17 Jahre (freilebend)
GeschwindigkeitBis 60 km/h
MerkmaleGestreiftes Fell
ErnährungHirsche, Rinder, Wildschweine, Kaninchen
FeindeMenschen

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